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Frauen sind gerne in Gruppen aktiv

(Lebensart, Beilage der Rheinpfalz): Seit fünf Jahren leitet Monika Wehn aus Herxheim den Freizeitclub Landau. Für Singles ab Mitte 40 organisiert sie an Wochenenden gemeinsame Unternehmungen, vom Bogenschieß-Kurs bis zum Konzertbesuch. Tobias Grauheding sprach mit der 57-jährigen über das Älterwerden, die Aktivitäten der so genannten "Young Best Ager" und über deren Probleme, neue Menschen kennen zu lernen.

Frau Wehn, was steht als nächstes auf Ihrem Club-Programm?
Am Samstag, 30. Mai, besuchen wir das Porsche-Museum in Stuttgart. Am Samstag, 6. Juni, machen wir einen Ü40-Disko-Tanzkurs, am Tag darauf schlemmen wir uns durch ein Spargelbüfett in Bruchsal und eine Woche später fahren wir nach Colmar.

Ganz schön viel Aktivität
Ja, ich versuche, für alle Interessen etwas dabei zu haben. Manche Mitglieder kommen regelmäßig, andere picken sich Programmpunkte gezielt heraus.

An wen richtet sich das Angebot konkret?
An Singles im Alter ab Mitte 40 bis Ende 50.

Gibt es einen Damen- oder Herrenüberschuss?
In allen Clubs dieser Art, aber auch bespielsweise bei Volkshochschulen, sind Frauen klar in der Mehrzahl.

Woran liegt das?
Frauen haben einen größeren Kommunikationsbedarf als Männer und ein höheres Sicherheitsbedürfnis. Deshalb schließen sie sich lieber einer Gruppe an als alleine wegzugehen.

Kommen Männer alle besser klar als Frauen?
Das glaube ich nicht. Ich habe eher den Eindruck, dass nach einer Trennung bei Männern die Suche nach einer neuen Partnerin stark im Vordergrund steht, während Frauen erst mal etwas für sich selbst tun wollen und andere Menschen mit ähnlichen Interessen suchen, um gemeinsam viel zu unternehmen.

Warum haben Angebote wie Ihres überhaupt so viel Zulauf?
Alle Menschen brauchen soziale Kontakte. Und ab einem bestimmten Alter wird es immer schwieriger, neue Leute kennen zu lernen. Im Studium oder in der Schule ist das natürlich gar kein Problem. Doch wenn man später nur noch mit dem Bäcke spricht, schlägt das auf die Psyche.

Aber Singles sind doch ständig unterwegs?
Das täsucht. Viele Aktionen kann oder möchte man alleine nicht machen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Sonntagsbrunch und sitzen da alleine zwischen vielen Pärchen und Familien - das ist doch furchtbar.

Sind Paare für Singles eine Hemmschwelle beim Kennen lernen?
Ja. Singles fühlen sich unter Paaren erfahrungsgemäß unwohl. Ein ganz großes Probem sind natürlich Trennungen. Mit dem Partner verliert man ja auch ganz oft den gemeinsamen Bekanntenkreis - zumindest einer von beiden kann schnell alleine dastehen.

Zum Freizeitclub kommen aber nicht nur Leute, die ganz alleine sind?
Auf keinen Fall! Viele haben bloß keine Lust, ständig ihren Bekanntenkreis hinterm Ofen vorzulocken. Oder beruflich stark Eingebundene genießen es, sich hier einfach mal zurückzulehnen und sich trotz viel Aktivität um nichts kümmern zu müssen.

 

Zur Person: Monika Wehn
Über eine Kontaktanzeige in der Zeitung lernte Monika Wehn 1989 ihren zweiten Mann kennen, mit dem sie seither glücklich verheiratet ist. Im Alter von 37 Jahren wurde sie so Mutter einer Patchworkfamilie mit insgesamt vier Kindern und beschäftigte sich fortan intensiv mit den Themen Singles, Partnerscahft, Familie und Kommunikation. Die 57-jährige aus Herxheim bei Landau bildete sich merhfach fort, unter anderem in Computeranwendungen, gibt als Kommunikationstrainerin Seminare und Kurse, leitet seit sechs Jahren den Landauer Freizeitclub und hat bereits mehrere Bücher geschrieben. Zum Beispiel beschreibt Wehn in "Abenteuer Partnersuche" (1995) die wahren Erlebnisse von 20 Paaren, die sich über Kontaktanzeigen gefunden haben und gibt bei "Kleine Signale, große Wirkung" (2004) Tipps in Sachen Körpersprache.

Weitere Infos zu den Angeboten von Monika Wehn gibt es im Internet unter www.freizeitclub-landau.de und telefonisch unter 07276 5030 534. (tgr)