Abenteuerkletterpark Kandel
Endlich alle versammelt, die Formulare unterschrieben, die Rucksäcke verstaut, die Helme auf dem Kopf und die Klettergurte um den Leib. Los gings zur Einweisung. Das goldene Dreieck auf das rote Seil aufsetzen, Karabiner einhaken, immer schön gegenläufig, dann kann nix passieren, wenn man aus Versehen dagegenkommt. An der Plattform umgreifen und unter dem Seil durchbücken, aur der anderen Seite wieder sichern. Hmmm, in diesem Einweisungsquadrat mit festem Boden unter den Füßen nicht wirklich schwierig und wir alberten noch fröhlich herum.
Dann zeigte uns die Trainerin, wie man gesichert eine Leiter hochsteigt. Und dann war's soweit. Es stellte sich die Frage: Wer geht mit zu welchem Parcours. Die Gruppe teilte sich. Zu fünft standen wir zweifelnd vor der Nummer 1. Von wegen leichter Einstieg. Das Teil geht nämlich nicht nur über die Hängebrücke, sondern rundherum über mehrere Etappen, soweit das Auge reichte. Nix mit Ausprobieren. Wenn man sich einmal vortastete, musste man sich über alle Teile wagen. Die ersten erkletterten die schaukelnde Hängeblicke, mit skeptischem Blick, vorsichtig tastenden Füßen, aber sie waren auf dem Weg. Kein Zurück mehr möglich.
Zwischendurch sah man auch die anderen wieder, teilweise ganz schön mitgenommen, teilweise stürmten sie gleich los, um den nächsten Parcours zu erobern. Zwei grinsten über alle Backen. Sie hatten unterwegs abgebrochen und waren mit der großen Leiter errettet worden. Mich hatte die Panik samt heulendem Elend ergriffen, als ich vor dem ersten Parcours stand. Aber trotzdem wollte ich meiner Höhenangst unbedingt ein Stück weit die Zähne zeigen und mindestens mal die erste Hängebrücke ausprobieren. Mit der Unterstützung unserer Kletterprofis Hans und seinem Freund Ernst traute ich mich dann doch noch hoch. Es ist wirklich unglaublich, wie viel Kraft eine Gruppe vermittelt, wenn man Vertrauen hat und sich aufgehoben fühlt.
Unglaublich auch, welche Ideen die Leute haben. Die meisten gingen anschließend noch mit zu einem schönen Biergarten in Kandel. Die Plätze unter dem Blätterdach waren besetzt, wir saßen draußen unter dem Himmel, der sich langsam bewölkte. Als die ersten Essen kamen, kamen auch die ersten Regentropfen. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie die Freizeittreffler vor uns ihren Tisch packten, mitsamt den Gläsern und den Tellern drauf, und ihn in Nullkommanix ein paar Meter weiter in einen überdachten Durchgang schleppten, die anderem mit den Bänken hinterher. Wir am zweiten Tisch guckten verdutzt, die anderen Gäste auch, dann schnappten wir halt auch unseren Tisch samt Bänken und sausten hinterher. Der Durchgang passte genau für uns. Goldig war das verblüffte Gesicht der Bedienung, als sie ihre Gäste mitsamt Mobiliar nicht mehr fand, und wir hatten mal wieder viel Spaß dabei :)).







