Afrika-Tag mit Trommeln, Modenschau und Fruchtbarkeitstanz

Draußen kochen auf Feuerstellen auf dem
Boden. Daneben 16 Trommeln, auf denen wir leidenschaftlich spielten,
während köstlicher Duft in die Nasen zog, drinnen afrikanische
Kleider zur Modenschau lockten, die dancin raven woman eine tolle Show bot und wir einen Fruchtbarkeitstanz erlebten.
Wie der Tag
wohl ablaufen würde und wie Euch die außergewöhnliche Location gefallen
würde? Ich war gespannt auf das Experiment und ob wohl alles klappen
würde. Wohin mit den Trommeln? Nach draußen oder drinnen? Von außen
betrachtet war die Halle ja nicht nicht gerade schön. „Macht nichts,
sieht authentisch aus.“ So stellten wir links neben dem Eingang 16
Trommeln im Halbrund auf, daneben einen Biertisch, dekoriert mit
Stoffen, Ketten und Taschen. Rechts wurden die Kochutensilien auf dem
Boden aufgebaut, Pfannen mit Grillkohle, Töpfe drauf. „Wer hilft mit
beim Kochen?“ Eifrig wurden Zwiebeln geschnippelt, Möhren, Knoblauch,
Hühnchen zerteilt, Couscous zubereitet, zwischendurch noch leckeres
Fettgebäck und nebenbei zeigte uns Betty, die Senegalesin, die für uns
kochte, die teilweise komplizierte Wickeltechnik der afrikanischen
Gewänder und erklärte, was so alles darunter gehört, wenn man den Mann
verführen will. Viel Aufsehen und Gelächter erregte dabei ein riesiges
Wickeltuch mit aufgedruckten detaillierten und artistisch anmutenden
„Koitus-Anleitungen“. Sehr schön war das Hochzeitskleid, das uns allen
gefiel.
Der Eingangsbereich hingegen war nicht schön.
Umso überraschender das reich dekorierte Innenleben dieses
außergewöhnlichen Fotostudios. „Kann man schwer beschreiben“, hatte
Thomas Zeller gesagt. „Schau es dir an, ob es sich eignet für das, was
du vorhast“.
Es war wirklich ein perfekter Rahmen.
Draußen regnete es, doch das störte uns nicht. Unsere Kochstellen waren
überdacht, der Trommelplatz auch, und drinnen wartete die Bühne auf die
Show am Abend. Gegen 19 Uhr war das Essen fertig, die Hühnchen
schmeckten köstlich, alle luden sich die Teller voll, die einen
ergatterten einen Sitzplatz am Tisch, die anderen setzten sich auf den
Boden oder aßen am Couchtisch. Mit den Fingern gings am besten.
Die
dancin raven women hatte sich zwischenzeitlich umgezogen. Die Show
begann. „Schließt die Augen und hört zu“. Eine CD erklang, auf der sie
eine erotische Geschichte erzählte von einer Frau mit vier Männern.
Doch ja, eine schöne Einstimmung und eine tolle Stimme. Die dancin
raven woman bot uns eine eindrucksvolle Show mit Tanz, Kopfstand,
Akrobatik und erzählten Geschichten voller List und Humor,
beispielsweise vom „Kopfkissen“, das die Tochter schwängerte, oder von
der als Mann verkleideten Jägerin, die vom Eber gestoßen wurde und eine
spezielle Medizin brauchte, um wieder gesund zu werden. Sie tanzte
abwechselnd auf der Bühne im Rampenlicht, aber auch direkt vor unseren
Augen, auf einem kleinen roten Teppich im Scheinwerferlicht.
Unglaublich, diese Gelenkigkeit. Schön auch die Szene, wie sie einen
Mann aus unseren Reihen holte, der Klasse mitspielte und – wie
abgesprochen - mit offener Jeansjacke und nacktem Oberkörper neben ihr
stand, während sie leidenschaftlich von ihrem „strong man“ erzählte
oder besser gesagt, in tiefsten Tönen gurrte.
In der Pause
gabs eine kleine Session – Thomas hatte sein Saxophon mitgebracht und
Diethard die Gitarre – die Musik passte wunderschön in die Szenerie.
Auch
unsere Köchin, Betty, die inzwischen alles weggeräumt hatte, zog sich
um und zeigte uns einen Fruchtbarkeitstanz. Diese Natürlichkeit, die
Fröhlichkeit, die Weiblichkeit, die sie dabei ausstrahlte, dieses
Einssein mit dem eigenen Körper, ich glaube, alle, die dabei saßen,
waren davon beeindruckt.







