Annette Postel operette sich wer kann
Annette Postel. Was für eine gewaltige Stimme. Was für ein komödiantisches Talent. Was für ein Mut, Klassik und Comedy so miteinander zu verbinden. Und was für ein Mut zur Häßlichkeit bei ihren unerwarteten Klamotten und der Frisur im Putzfrauenlook.
Schön das Geplänkel mit dem Pianisten, den Spott über nicht erreichte Töne und das Geplauder aus dem Nähkästchen hinter der Bühne.
Erstaunlich, wie sie plötzlich auf den Flügel sprang und sich dort drapierte. Den ersten Teil fand ich zwar etwas langatmig, im zweiten Teil aber lief die Pfälzer Diva zur Hochform auf und schaffte es, auch das Publikum in ihren Gesang mit einzubeziehen. Die einen mussten mit Tüten knistern, die anderen husten, was die Kehle hergab. Schön fand ich auch die Persiflage auf die Begegnung mit ihrer Nachbarin. Und wirklich gelungen waren die Zugaben, die das Publikum mit minutenlangem begeisterten Beifall quittierte.
Mein Fazit: Als Nichtopernfan hab ich bisher noch nie den Wunsch verspürt, eine "richtige" Oper zu besuchen. Doch diese Mischung aus Comedy und Klassik, die einen kleinen Begriff aus der ernsthaften Opernwelt vermittelte, fand ich sehr interessant und unterhaltsam. Schön, so was mal gesehen zu haben.







