Buurefasnacht in Weil am Rhein und Basler Morgestraich

Ein buntes Wochenende lag vor uns. Voller Vorfreude und Erwartung des farbenprächtigen Buurefastnachtsumzugs und des fast mystischen Baslers Morgestraichs stiegen wir am  Samstag Mittag ein in den Zug und kamen zur Kaffeezeit im Hotel an. Wir wussten, dass der Sonntag mit Umzug und Morgestraich anstrengend würde, so ließen wir den Samstag erst mal langsam angehen angehen mit einem leckeren Essen in einer Pizzeria, dann teilten sich die Interessen, die einen gingen ins Kino, die anderen blieben sitzen in fröhlicher Gesellschaft. Noch ein Absackerbier für die Kinogänger, Zeit fürs Bett.


Am Sonntag Morgen stand der Bus vor der Tür, der uns bequem nach Basel brachte. Diesmal hatte ich eine etwas andere Führung gebucht. Nicht mit einem Stadtführer, sondern mit i Guides. Kleine Computer, mit deren Hilfe man laut der Internetbeschreibung Basel auf eine neue innovative Art im eigenen Tempo erkunden könne. In der Theorie las es sich toll, die Praxis überzeugte nicht so ganz.

 

Dafür überzeugte das Wetter in Basel – wir hatten großes Glück, 8° plus, die Sonne schien, wie schön nach all der Kälte und dem Schmuddelwetter der letzten Tage. Alle schwärmten aus und spazierten durch die Gassen der charmanten Stadt. Um 13. Uhr stand der Bus bereit. Zurück gings nach Weil am Rhein. Die Umzugswagen standen bereit, die Gruppen warteten. Wir hatten ein schönes Sonnenplätzchen direkt an der Straße beim Start und konnten die Gruppen bewundern, die da eine nach der anderen an uns vorbeimarschierten. „Das war der schönste Umzug, den ich je gesehen habe“, fasste es jemand zusammen. „So viele tolle Masken und Kostüme, und alle unterschiedlich.“ Jede Menge Fotomotive. Gute zwei Stunden gings Schlag auf Schlag. Konfetti in rauen Mengen. In den Haaren, den Kapuzen, auf den Straßen. Wir standen mittendrin, freuten uns über den strahlenden Sonnenschein und das bunte Spektakel, das da an uns vorüberzog. Anschließend zogen wir hinterher, ein heißer Kaffee, der tat gut, was zu essen. Was tun? Durchfeiern, bis uns um 2.30 Uhr morgens der Bus zum Morgestraich abholen würde? Die meisten nahmen dann doch eher eine Mütze voll Schlaf und saßen mit kleinen Äuglein, aber pünktlich, im Bus. „Um 6.00 Uhr schon wieder zurück?“ Einige wollten länger bleiben. „Auf uns braucht Ihr nicht zu warten, wir fahren später zurück.“ Der Busfahrer lächelte leicht. „Abwarten.“

 

Grüppchenweise zogen wir los, vorbei an ein paar geöffneten Buden und Bäckereien, und suchten uns einen schönen Platz, direkt am Straßenrand, am Rathaus. „Das erste Mal, das ich in vorderster Reihe stehe,“ freute sich eine Frau neben uns. Es füllte sich auf den Straßen, die Füße wurden langsam kalt, noch 20 Minuten, noch 15, noch 10. Die Spannung stieg. Pünktlich um 4.00 Uhr morgens gingen alle Lichter aus, der Nieselregen verstärkte sich, das Trommeln und Pfeifen setzte ein, aus allen Gassen bewegten sich der Umzug. Phantasievolle Masken, im Dunkeln nur zu erahnen. Welch wunderbares Bild, die kleinen leuchtenden Laternen, die jeder auf dem Kopf trug, und die phantasievoll bemalten riesengroßen Laternen, die da durch die Straßen schaukelten. Dazu das immer wiederkehrende Trommeln und Pfeifen. Wirklich eine ganz eigene zauberhafte Atmosphäre in der dunklen Stadt, und schön, das mal miterlebt zu haben.

 

Nach einer guten Stunde verließen wir unseren schönen Aussichtsplatz und fanden tatsächlich einen Stehplatz in einer kleinen Kneipe, wo wir uns mit Kaffee und Käswähe aufwärmten. Passte zeitlich wunderbar und bei dem Nieselregen sehnte man sich nach Wärme. Gestärkt schlenderten wir zum Bus und bewunderten unterwegs immer wieder neue Gruppen, die wir noch nicht gesehen hatten, und die unermüdlich mit Trommeln und Pfeifen durch die Gassen zogen.

 

Uns zogs in den Frühstücksraum im Hotel. Zeit genug zum ausführlichen Frühstück, denn das BW-Ticket galt erst ab 9.00 Uhr. Kurz vor Abfahrt des Zuges versammelten wir uns am angegebenen Bahnsteig, wo uns im Schaukasten ein Zettel darauf aufmerksam machte, dass heute wegen Gleisbauarbeiten alle Züge in Richtung Freiburg vom Gleis gegenüber führen. Also schnappten wir alle unsere Koffer, Treppe wieder runter, drüben wieder rauf. Da hing derselbe Zettel. Der Zug fuhr ein – doch auf dem ursprünglichen Gleis. Also Koffer geschnappt, im Spurt Treppen runter und wieder rauf. Uff. Alle schafften es rechtzeitig, in den Zug zu sinken und sich einen Platz zu ergattern. Ob der Gleisbauhinweis ein Faschingsscherz war? Ich werde es ergründen…