Cannstatter Wasen

Diesen schönen Bericht schrieb Peter:"Das muss man den Stuttgartern schon lassen, es ist alles eine Nummer größer als in Karlsruhe. So der erste Eindruck, als wir uns in der Königstraße zu Kaffee und Kuchen setzten und das Treiben beobachteten. Das Wetter war abwechslungsreich, und wir hatten keine übertriebene Eile, mit der U-Bahn zum Wasen zu fahren.

Entstanden ist das Volksfest aus einem Viehmarkt. Der findet immer noch statt, bloß in der Woche davor ("Entdeck' den Bauern in Dir!"), denn der Wasen ist nun vollständig zugebaut mit Losbuden, Imbissständen, Fahrgeschäften und vor allem den riesigen Festzelten.

Wir sahen viele junge Leute unterwegs, die sich schon auf der Anfahrt ein paar Flaschen Bier reinzogen, vielleicht auch weil die Mass heuer etwa 7,50 Euro kostet. Andere kamen uns auf dem Gelände mit glasigen Augen und halb vollen Maßkrügen entgegen. Ein alter Stuttgarter bemerkte, die Wirtschaft ziehe an, denn es seien deutlich mehr Leute unterwegs als letztes Jahr.
Wir sind dann erst mal über das Festgelände gestiefelt und haben uns umgesehen. Für die einen war das wildeste Fahrgeschäft gerade gut genug, für die anderen gab es das 60m hohe Riesenrad. Daneben auch ein kleiner Trödelmarkt wie wir ihn kennen und lieben. Der war prima zum unterstehen, als der Himmel gegen Abend noch mal seine Schleusen öffnete. Zu diesem Zeitpunkt waren die Festzelte längst wegen Überfüllung geschlossen, die Security ließ uns dank Reservierung und Einlasskarten dennoch hinein.

Im Zelt ging die Post ab. Die Band steht auf einer zentralen, hohen Bühne, umringt von Leuten, die auf Bänke und Tische steigen, schunkeln, mitsingen und sich zuprosten. Wir fanden unsere Sitzplätze, und kurz drauf stand die erste Runde Maßkrüge auf dem Tisch. Alle waren ausgelassen, hatten Spaß, fühlten sich wohl. Die Bierbänke sind praktisch, wenn jemand aufsteht, wird einfach aufgerückt und weitergeschunkelt. Wir haben mit wildfremden Leuten angestoßen, alle gut drauf.

Ein Alkoholtest nach drei Maß ergab im Schnitt so 1,5 Promille, und so fuhr uns die öffentliche Bahn sicher nach Hause, glücklich und entspannt. Ein Prosit der Gemütlichkeit!"