Dänische Kerzen - Führung bei Maria Buytaert

Dänische Kerzen. Die, die sich zu Blüten formen, wenn man sie anzündet. In vielen Farben und Formen. schön verpackt, verlockend präsentiert. "War eine gute Idee, um diese Zeit hierherzugehen," freute sich Bernhard nach der informativen Führung. "Ich hab jetzt alle meine Weihnachtsgeschenke gekauft."
24
neugierige MIglieder waren am Samstag Morgen gekommen. Mit einem Glas
Sekt wurden wir von einer freundlichen Mitarbeiterin begrüßt, die uns
mit spürbarer Begeisterung den Werdegang der Firma und den
Herstellungsprozeß der Kerzen erklärte. Sie erzählte vom firmeneigenen
Kindergarten, der vor vielen Jahren gegründet worden war, damit die
Mitarbeiterinnen in Ruhe ihrer Tätigkeit nachgehen und Familie und
Beruf vereinbaren konnten. "Inzwischen sind die alle groß, und zum Teil
haben wir schon Enkelkinder." Sie erzählte auch, von giftigen Dämpfen,
die billige Kerzen enthalten können. "Achten Sie unbedingt darauf, dass
die Kerzen, die Sie kaufen, ein RAL-Gütezeichen enthalten. Dafür muss
man als Firma strenge Richtlinien erfüllen, aber dann sind Sie auf der
sicheren Seite."
In einem großen Raum waren einige Frauen bei der Arbeit. Wir
gruppierten uns um die vielen Behälter herum und schauten ihnen zu, wie
sie mit der Hand und viel Fingerspitzengefühl das flüssige Wachs in die
Formen gossen. "Das ist eine Kunst für sich. Jede Kerze ist ja ein
Einzelstück und hat eine andere Farbe." Im Kühlraum sahen wir, wie die
Formen mehrfach gekühlt werden und die Rohlinge mit Löchern versehen
werden müssen. "Unsere Frauen wissen genau, was wann wo gemacht werden
muss. Die sind ein eingespieltes Team", lächelte unsere Leiterin.
Wie kriegt man denn den Docht ins Wachs und die Kerze aus der Form? An
zwei Tischen demonstrierte man uns, wie das funktioniert. "Wenn's kühl
ist, geht's leichter. Aber im Sommer, wenn's warm ist, kann es sein,
dass die Rohlinge an der Form festkleben und man lange braucht, um sie
herauszubekommen. Dann dauert die Produktion länger."
Weiter gings ins große Lager, wo die Kerzen Regal an Regal fein
säuberlich nach Farben und Größen aufgereiht waren. "Wir exportieren in
viele Länder, zum Beispiel nach Italien oder Japan. Jetzt ist es
ziemlich leer. Wir haben ja jetzt Hochsaison, überall laufen die
Weihnachtsmärkte an."
Brechen die Kerzen nicht beim Transport in ferne Länder? "Wir haben
spezielle Kartons, die für uns entworfen wurden, und in denen wir die
Kerzen bruchsicher verpacken können. Es kommt schon mal vor, dass was
passiert, aber nur selten."
"Schauen Sie mal, diese Geschenkkartons mit dem Sichtfenster und den
drei Kerzen drin. Die hat eine große Firma geordert als Dankeschön für
ihre Mitarbeiter." Ein wenig neidisch betrachteten wir sie, sie waren
wirklich schön, wir hätten sie auch gerne genommen.
Im großen Büro endete die Führung. "Wir versenden ja viel ins Ausland,
deshalb haben wir Mitarbeiterinnen, die sich die Plätze teilen und
perfekt italienisch, englisch oder französisch sprechen."
Im Frühstücksraum erwarteten uns gedeckte Tische. Wir ließen uns nieder
zum Kaffee, leckeren Kuchen und lebhaften Gesprächen ? sichtlich
beeindruckt von der Logistik. "Hätte ich mir nie vorgestellt, dass das
so aufwändig ist und was man da so alles beachten muss, bis die Kerze
beim Kunden ist. War echt interessant, dieser Blick hinter die
Kulissen." - so das allgemeine Fazit.
Wer wollte, hatte anschließend auch Gelegenheit, noch ausgiebig im
Laden zu stöbern. Sehr schön fand ich, dass dabei keinerlei Druck
ausgeübt wurde, sondern man sich in aller Ruhe umschauen konnte. Und
nicht nur Bernhard kaufte Weihnachtsgeschenke. Fast alle griffen zu und
trugen strahlend ihre Schätze nach Hause. Ich auch :-)







