Die Berliner Mitglieder zu Besuch in Karlsruhe

Ob es mir gelingen würde, den Berliner Mitgliedern ein ebenso schönes Programm zu bieten wie das Joerg und Ulrike, die Berliner Fifty-Plus-Leiter, es für uns zweimal geboten hatten...?
Gegen 20.30 Uhr kam die Gruppe aus Berlin an. 20 Leute, die sich müde, hungrig und erwartungsfroh niederließen, sich beim leckeren Essen stärkten, ausführlich über das Programm der nächsten Tage informiert wurden und den schönen lauen Sommerabend im romantischen Biergartenambiente und der freundlichen Bedienung genossen.
Donnerstag, 11. September
Am Donnerstag morgen um 9.00 Uhr wurde die Gruppe abgeholt von ihrer Stadtführerin zu einem Rundgang , der am Zoo begann und am Schloss endete. „Eine Klasse Stadtführerin, die das wirklich gut gemacht hat. Karlsruhe hat ja viel mehr zu bieten, als wir dachten“, hörte ich anschließend.
Der Bus stand bereit. Auf gings in die schöne Pfalz, nach Edenkoben. Die einen bestiegen die Seilbahn und fuhren nach oben, die anderen wanderten den steilen Weg hoch. Oben waren Panoramaplätze reserviert, leider die Aussicht wolkenverhangen, aber die Stimmung trotzdem gut. Die meisten probierten die Pfälzer Spezialitäten – vom Saumagen bis zum „schiefen Sack“, freuten sich an den großen Schorlegläsern, und hatten nun alle genug Mut, um mit der Seilbahn wieder nach unten zu fahren. „Das Villa Ludwigshöhe würden wir auch gern sehen“, bat man. So bewunderten wir die Villa italienischer Art, nur für die schöne Jahreszeit bestimmt, eine an antike Vorbilder erinnernde klassizistische Villa mit Dekorationen im „pompejanischen Stil“, nach den Wünschen des Bayerischen Königs Ludwig I. erbaut.. Danach schlenderten wir nach Rhodt, dem Dorf mit seiner wunderschönen Prachtstraße, und erfreute sich an der schönen Atmosphäre und den liebevoll gestalteten Biergärten. Dann wars auch schon Zeit, in den Bus zu klettern und nach St. Martin zu fahren, wo wir eine tolle Mondschein-Weinprobe mitten in den idyllischen Weinbergen erlebten. 10 Weine wurden uns kredenzt, die quirlige Winzerin bot uns nicht nur Informationen dar, sondern auch kabarettreife Einlagen mit ihren witzigen Geschichten und Anekdoten und einem Kopfstand zum Schluss. Unter viel Gelächter marschierten wir anschließend zurück ins Dorf. Ab in den Bus. Wie ich hörte, wurde im Hotel noch kräftig weitergefeiert.
Freitag, 12. September
Gestern die Pfalz. Heute der Schwarzwald. Pünktlich um 12 Uhr erreichten wir die Vogtsbauernhöfe, wo wir eine schöne Führung durch 400 Jahre alte Gebäude erlebten, im ersten Teil über die durchdachte Bauweise staunten, die Bedeutung alt bekannter Sprichwörter erfuhren. Jetzt wissen wir auch, was es heißt, einen Zacken zuzulegen, wie eine hohe Kante aussieht und wie man bzw. frau eine Gardinenpredigt hält. Im zweiten Teil gings wahrhaft lustig zu, als die Landwirtin Frau Moser uns selbstgebranntes Zibärtle. Kirschwasser und Kräuterschnaps kredenzte und auf unsere inständigen Bitten hin die Geschichte erzählte, wie sie als junges Mädchen ihre erste Stelle in der großen Stadt bekam. Wahrhaft bühnenreif. Der Bauch tat weh vom Lachen. Fast drei Stunden dauerten die beiden Führungen, die im Flug vergangen waren. Noch ein leckeres Essen, noch ein Streifzug durch die anderen Bauernhöfe. Dann wars Zeit zur Rückkehr. Zwei Stunden Freizeit, dann begann das Kabarett, das ich extra für uns organisiert hatte: Frl. Knöpfle als die naive Fleischereifachverkäuferin, die uns einen Flirtkurs bot und Yoga-Übungen mit uns machte, Uli Kofler, der virtuose Mann am Klavier mit seiner unnachahmlichen Vielfalt an doofen Gesichtern, Rainer Möhringer, eine explosive Mischung aus Robbie Williams, Udo Jürgens, Placido Domingo und Reinhard May. Wirklich Klasse, wie die drei ihr Publikum begeisterten.
Samstag, 13. September
Auf nach Heidelberg mit seiner zauberhaften Altstadt, seinen schönen Plätzen und Kirchen, die wir bei einer Führung kennen lernten. Leider entfaltete sich der Charme nicht in voller Blüte, da es die ganze Zeit regnete und die meisten sich in eine gemütliche Studentenkneipe wohler fühlten als draußen im Regen. Einige Unerschrockene kletterten hoch zur Burg und waren begeistert vom Ambiente und dem Apothekermuseum, das sie dort entdeckten.
Unsere Stadtführerin hatte es schwer, zum einen gegen das Wetter, zum anderen weil ihr das Feuer fehlte, mit dem die Karlsruher Führerin ihre Zuhörer in Bann gezogen hatte. Sie begleitete uns nach Speyer, erklärte den Dom und zeigte uns weitere interessante Plätze. Doch der Regen wurde immer stärker und das Aufnahmevermögen geringer.
Die einen zogs in die nächste Kneipe, die anderen machten sich auf die Suche nach dem Altstadtfest und sicherten sich einen schönen Platz im Zelt, von wo aus die Grüppchen einzeln ausschwärmen konnten, sich unterwegs durchfutterten, Antiquitäten entdeckten, Musik hörten, die vielen Buden in den Straßen nach eigenem Rhythmus auskundschafteten, aber doch wieder zur Gruppe zurückfanden. Die Stimmung war gut und lustig wurde es, als der hessische Männergesangverein hinter uns Lieder anstimmte und wir mitschunkelten, bis es Zeit war zur Rückfahrt nach Karlsruhe. „Schön war’s“, so die einhellige Meinung. „ Nächstes Jahr wollen wir wiederkommen.“







