Immer an der Alb lang

Wer will einen kleinen Schlenderspaziergang machen?" Keiner. Alle
wollten die schnellere 5-Kilometer-Wanderung an der Alb lang mitmachen,
bei der sich Ulla vorstellte, die in Zukunft ab und zu ein Event leiten
will.
"Das ist aber wirklich schön hier", stellten die Karlsruher fest, die
zwar schon lange in der Stadt wohnen, aber noch nie hier langgekommen
waren. Schilder erzählten von Trümmerfrauen und Eiswiesen, vorbei gings
an liebevoll gepflegten Kleingartenanlagen und den Fischtreppen.
"Hört mal, da spielt ne Band. Wollen wir mal gucken?" Spontan bogen wir
ab, aber es handelte sich um ein kleines Vereinsfest und wir zogen
lieber weiter, vorbei am Rheinhafen, Richtung Entenfang.
Die Schritte wurden immer schneller. "Da vorne, guck mal, nach dem
roten Haus, da ist die Kneipe, in der wir reserviert haben." Da ließen
wir uns denn auch freudig nieder, wir konnten draußen sitzen, auf einer
Terrasse, die Bänke und Stühle zusammengeschoben, richtig gemütlich
wars, als säßen wir auf einer Privatterrasse. Eng wars auch, so
jonglierten wir die Salatteller auf den Knien, obwohl wir natürlich die
Möglichkeit gehabt hätten, aufzustehen und gesittet am Tisch zu essen.
Wie immer gings lebhaft zu. Ideen wurden ausgetauscht und beschlossen:
"Fünf Kilometer? Gar nicht so schlimm. Beim nächsten
Stadtwerke-Walkinglauf machen wir mit."
Wir waren etwas 15 Leute. "Wie soll ich mir die vielen Namen merken?",
stöhnte Ulla. "Das schaff ich nie". Prompt gabs eine Runde
Gedächtnistraining und siehe da, in kurzer Zeit konnte sie alle Namen
auswendig, staunte über sich selbst und verkündete strahlend: "Schön,
mal was fürs eingerostete Gehirn zu tun. Ist eigentlich gar nicht so
schwer.">







