Kanutour, Straßenfest und Burgbesteigung

Freitags ein wahrhaft heftiges Unwetter in Esslingen. Doch am Samstag war die Welt wieder in Ordnung und die Sonne schien, als wir in Fahrgemeinschaften gegen 13.00 Uhr in einem schönen Esslinger Hotel eintrafen. Hunger. Wir nahmen die Terrasse eines nahe gelegenen Lokals in Beschlag, das den unvorhergesehenen Ansturm mit Bravour bewältigte. „Wasserfeste Schuhe mitnehmen, man weiß ja nie“. Es war Zeit für unsere Bootstour auf dem Neckar. 20 Mann passten jeweils in zwei Boote, die zu einem Katamaran zusammengebunden waren. Sah einigermaßen kentersicher aus.
Nach einer kurzen Einweisung „Dieses Ende vom Paddel gehört ins Wasser, und auf das andere aufpassen, damit es der Nachbar nicht in die Nasenlöcher kriegt“, stiegen wir der Reihe nach ein. Klappte auch ganz gut mit der Paddelei, es fiel auch keiner ins Wasser. Die Bootsfahrt erwies sich wirklich als idyllisch mit vielen schönen Ein- und Ausblicken, grünumwucherten Terrassen über dem Wasser, denkmalgeschützte Häuser. „500 denkmalgeschützte Häuser haben wir in Esslingen“. Baumumsäumte Ufer – nach wenigen Minuten im Boot wähnte man sich mitten im Naturschutzgebiet. Die Strecke war abwechslungsreich, mal schmal und eng, mit niedrigen Brücken, so dass wir uns ducken mussten, mal weit und breit. Eifrig paddeln, damit wir vorwärtskamen. „Die Schleusen sind schon grün, wir können reinfahren“. Drei 20er-Boote versammelten sich, die Wassermassen strömten ein, der Pegel stieg. Noch eine Kurve, vorbei am Freibad und der orthodoxen Kirche – die zwei Stunden waren vorbei. „Eine schöne Idee, hat Spaß gemacht“, so das Fazit.
Inzwischen war es 19 Uhr, grüppchenweise verteilten wir uns auf dem Fest mit den vielen Bühnen. Musik an allen Ecken und Enden, Essens- und Getränkestände in der Innenstadt verteilt. Angenehme Besucherzahl, es war nicht so voll, so dass man sich gut bewegen konnte. Pünktlich um 23 Uhr machten fast alle Bands Schluss. Wir machten uns noch auf die Suche nach einem Absackerbier, eine fröhliche Runde wars, die dann leise und gesittet ins Hotel zog.
Auch am Sonntag war uns das Wetter hold. Eine Führung auf der Burg stand auf dem Programm. „Laufen oder fahren?“ Das war die Frage. Die meisten entschieden sich zu laufen. Die Führung war unterhaltsam und informativ und Esslingen zeigte sich von seinen schönsten Seiten. „Hätte ich nie gedacht, dass das so schön ist“, meinte eine Neue. „Ich bin schon so oft hier vorbeigefahren und wäre nie auf die Idee gekommen, Halt zu machen.“
Unten in der Stadt war bereits viel los, ein Marathonlauf zog sich durch die Straßen, begleitet von lauten Ansagen und Anfeuerrufen. Gut, dass wir die Führung oben auf der Burg begonnen hatten, denn an einige Ecken, die unsere Gästeführerin uns zeigen wollten, kamen wir gar nicht ran. „Beim nächsten Mal. Wir kommen wieder. Im Dezember zum Weihnachtsmarkt. Dann schauen wir uns die schöne Stadt genauer an.“
Der offizielle Teil war beendet. Ein Teil verabschiedete sich und nutzte den verkaufsoffenen Sonntag in der Stadt. Die anderen trafen sich bei einem Italiener in einem wunderschönen Garten mit einem plätschernden Bächlein. Sehr romantisch und angenehm schattig. Auf dem Grill brutzelten leckere Fische, frische Salate lockten und süße Erdbeeren. „Ein Klasse Preis-Leistungsverhältnis“, so das Fazit. Wenn wir mal wieder in Esslingen übernachten, dann kommen wir wieder her.







