Kanutour und Barfusspark Dornstetten - Wochenende

 "Rundrum schääää war's", grinste Gitta aus Schifferstadt nach dem Barfusspark "ich fühl mich wie nooch'm Urlaub". So gings wohl den meisten nach diesem schönen Abschluss dieses erlebnisreichen Wochenendes.

Aber der Reihe nach: Am Freitag Abend trudelten Horden von Freizeittrefflern im Gasthof Hirsch ein. Nach einem ausgedehnten Abendessen begann die feucht-fröhliche Weinprobe im schön gedeckten Wyn-Winkel später als geplant, dafür fiel der theoretische Teil kürzer aus und wir gingen schnell zur Praxis über. Da wurde mit viel Gelächter geschwenkt und gerochen und gekostet und beurteilt. Gegen Mitternacht gingen die ersten, auch ich verzog mich ins Bett, während noch kräftig weitergefeiert wurde.

Aber pünktlich am nächsten Morgen standen alle bereit, die die große Kanutour mitmachen wollten, während die mit der kleinen Tour noch gemütlich beim Frühstück saßen.  Zum Mittagessen trafen wir uns alle bei der gemütlichen Picknickwiese, wo Biertische und leckere phantasievoll gerichtete Picknickteller und kühle Getränke auf uns warteten. Wir Neuen wurden kurz eingewiesen, und verteilten uns jeweils zu dritt auf die Boote. Die meisten von uns waren ja Anfänger und brauchten ihre ganze Konzentration dazu, ein Stück Sicherheit zu gewinnen und Boot und Mannschaft einigermaßen zu koordinieren. Ist schon eine ganze Herde, wenn 55 Leute auf einmal losziehen.

Wir in unserem Boot schafften es ganz allein und sehr schnell, das Kanu umzuwerfen *g*. Wir waren nicht die einzigen. Unter ausgelassenem Gespritze landeten einige im Wasser. Wir zogen es vor, aus dem Pulk auszubrechen und gemütlich vorzufahren. So konnten wir die abwechslungsreiche Strecke in Ruhe genießen, mal war der Fluss sehr schmal und man hatte alle Hände voll zu tun, um dem Ufer auszuweichen, mal gab es kleine Stromschnellen, die das Kanu beutelten, mal breite ruhige Abschnitte, wo man sich treiben lassen konnte, die grüne Landschaft bewundern oder im Takt paddeln konnte - hatte was richtig Meditatives. Vorbei ging's an idyllischen romantischen Uferplätzchen, die Wehre meisterten die meisten bravourös, manche schossen sogar rückwärts darüber - sicher ein besonderer Kick für die Mannschaft, gell.

Ich fand, es war viel zu schnell vorbei. Ich hatte ja vor vielen Jahren mal ein schlimmes Kanuerlebnis auf der Ardeche, mein damals 6-jähriger Sohn wäre dabei fast ums Leben gekommen, glücklicherweise wurden wir von einem zufällig an dieser Stelle campierenden Männerrunde entdeckt und über die steilen Felsen in Sicherheit gebracht. Sowas steckt auch nach vielen Jahren noch in den Knochen und so kostete es mich viel Überwindung, wieder in so ein wackliges kippliges unberechenbares Ding einzusteigen.  Aber der Neckar ist mit der Ardeche nicht wirklich zu vergleichen, meine Ängste legten sich mit zunehmender Sicherheit und ich war stolz, mich überwunden zu haben. Nächstes Jahr melde ich mich für die große Kanutour an :))

Gegen 17.30 Uhr waren alle zurück im Gasthof. Endlich ein Kaffee, eine Dusche, und was zu Leckeres zu essen. Anschließend versammelten sich fast alle vor der großen Leinwand im Nebenraum, wo wir das spannende Spiel um den 3. Platz verfolgten. In so einer großen Gruppe, die mitfiebert, mit gutem Blick aufs Geschehen natürlich viel schöner als zuhause alleine vor dem Fernseher, und natürlich auch angenehmer, auf bequemen Stühlen zu sitzen als irgendwo draußen stundenlang zu stehen. Danach waren die meisten bettreif, aber auch die, die weiterfeierten, erschienen am nächsten Morgen pünktlich zum Frühstück.

Über 30 Leute gingen noch mit zum Barfusspark in Dornstetten, wo wir bei herrlichem Wetter noch eine fröhliche Brain-Fit-Führung gemeinsam erlebten. Hände verknoten, schmerzende Füße durch Tiernamen überlisten, rückwärts über Holzpflöcke hangeln, durch Schlamm waten, irgendwie über das Trampolin zu hüpfen, zu schleichen, zu fallen - zu schade, dass da keine Filmkamera zur Stelle war *g*. Als "programmierte Roboter" reagierten wir auf Knopfdruck, stellten fest, wie schwer es ist, einen Liedtext zu einer anderen Melodie zu singen, und hatten viel Spaß bei der Schlussrunde mit dem lauten Kanon. Kennt ihr ihn noch? Den müssen wir im Havanna unbedingt ausprobieren. JA. JA. JA. JA :)). Noch ein Kaffee und eine Bratwurst, Gespräche und Gelächter, fröhlich-relaxte Gesichter. Es war halt einfach "rundrum schäää."