Kletterkurs The Rock Karlsruhe

Zugegebenermaßen, ich hatte schon ziemlich Bauchweh, als wir in der Halle ankamen. Nicht, weil ich vorher beim Brunch zu viel gegessen hatte, sondern wgen meiner Höhenangst, die ich ja nun angehen sollen wollte oder wollen sollte. Ein paar zweifelnde bekannte Freizeittreffler-Gesichter schauten mir entgegen. Fluchtgedanken überfielen mich, während ringsherum in der Halle überall Menschen im wahrsten Sinn des Wortes die Wände hochgingen und andere an allen Vieren wie die Maikäfer an der Decke lang hangelten. Worauf hatte ich mich da bloß wieder eingelassen...?

Einer stöhnte: "Ich geh höchstens anderthalb Meter hoch, ich hab furchtbare Höhenangst." Wie, der große sportliche Kerl auch? - Unschlüssig schoben wir unsere Sporttaschen von einer Seite zur anderen, bis alle versammelt waren. Ab in die Sportklamotten, brav trabten wir Felix, dem Trainer hinterher, in einen Raum, in dem viele Gurte und Seile lagen. Hier gab's dann erst mal eine Dreiviertelstunde vergnügliche Theorie, bis wir alle einigermaßen die beiden wichtigsten Knoten konnten - (verflixt nochmal, warum geht das Seil immer auf?) und uns in die Gurte gezwängt hatten. "Wir gehen jetzt in die kleine Halle. Holt Euch an der Theke noch Kletterschuhe." Was für Marterinstrumente, diese Dinger. "Immer zwei. Der Gewichtsunterschied sollte weniger als 30 Prozent betragen." Da stand ich nun mit Elke zusammen. "Hier, nehmt diese Bahn, die ist leicht."

Skeptisch betrachtete ich die Wand mit den seltsamen Klettergriffen, während wir uns entscheiden mussten, wer zuerst klettern und wer zuerst sichern sollte? Elke strahlte: "Ich will klettern." Gesagt, und los ging's. In affenartiger Geschwindigkeit hangelte sie sich die acht Meter hoch - so schnell kam ich gar nicht nach mit Sichern und Gucken, und hatte dann alle Hände voll zu tun, bis sie heil wieder unten gelandet war. Sie grinste begeistert aus allen Knopflöchern, während ich zögerte. Kein Entrinnen möglich? Nein, der große sportliche Kerl war auch schon zugange. Von wegen, anderthalb Meter. Er hatte schon mindestens die Hälfte der Strecke geschafft und war auf dem besten Weg nach ganz oben. Also gut. Halbherzig suchte ich Halt. Höchstens zwei klägliche Meter schaffte ich, dann kam die Panik. "Runter. Sofort."

Glücklich war ich nicht über meine Leistung. "Das ist Gewöhnungssache, probier's noch mal", sagte jemand. Tapfer tat ich's. schließlich. Mehrfach. Schließlich war ich ja da, um meiner Höhenangst an den Kragen zu gehen. Bei jedem Versuch ging's schneller und höher. Nein, ich hab es diesmal noch nicht bis ganz nach oben geschafft, aber mindestens drei Viertel. Und ich bin fest entschlossen, noch mal hinzugehen!