Kompasswanderung mit Yan im Pfälzer Wald
Ein Kompass, drei Gruppen und drei Karten. Aber was für rätselhafte. Ob der Schatz gefunden würde? Unser Leiter Yan zuckte die Schultern. Man habe ihm die Fragen zugespielt, er wisse selbst nicht genau, wo der Schatz versteckt sei...
Die Männer-Frauen-Klischees, von denen wir drei Tage zuvor beim Theaterstück "Caveman" gehört hatten, bestätigten sich voll: Die meisten Frauen outeten sich als orientierungslos, während ein paar Männer die Führung übernahmen, den Kompass auf die Karte legten, und die Richtung bestimmten. Yan sorgte dafür, dass später die Rollen gewechselt wurden und sich so alle an dem Geschehen beteiligten. Gemeinsam brüteten wir über den Fragen, die uns zum ersten Versteck führten, zählten 77 Striche, schätzten Entfernungen, suchten die Mitte zwischen mittelalterlichen Balkenlöchern. Den Schatz fanden wir nicht, dafür einen weiteren Zettel, der uns durch die herrliche Pfälzer Landschaft lotste. Ein Traumwetter begleitete uns durch den ganzen Tag, während wir die Berge rauf und runter stiegen, über Baumstämme kletterten, Türme erklommen, Hunger und Durst stillten, die herrliche Aussicht genossen und beratschlagten, wo es denn weitergehen könnte.
Bei der letzten Etappe - inzwischen war es drei Uhr nachmittags - saßen die meisten müde und schlapp auf Baumstämmen vorm Rehbergturm und schauten ins Tal, während ein paar unverdrossene eifrige Schatzsucher plötzlich triumphierend einen dunkelgraue Box mit Vorhängeschloss beischleppten. Der Schatz. Tatsächlich. Aber es war nicht "unser" Schatz. Wir hatten versehentlich einen ganz anderen gefunden, nämlich einen von geocaching, einer modernen Schatzsuche, wo per GPS geortet wird. Wir steckten einen Zettel in die Box, mit einer Grußnachricht. Mal gespannt, ob wir vom Finder was hören.
Weiter ging's mit der Suche. Rauf auf den Turm. Wo ist das Symbol mit den 8 Strichen? War eine harte Nuss. Langsam war die Luft raus, die drei Jokerfragen, die wir hätten stellen dürfen, nutzten hier auch nichts. Nun übernahmen Frauen die Führung, dachten um die Ecke, und schafften es tatsächlich, das Sonnenrätsel zu knacken. In einer unscheinbaren Felsspalte lag eine schöne kleine alte Holzschatulle - ein Flachmann drin mit einem weiteren Hinweis. In Yans Rucksack gibts noch mehr.
So standen wir in der Sommerhitze, tranken Grand Marnier und machten uns auf den Rückweg zur Klettererhütte. Da saßen wir nun glücklich und zufrieden nach einem schönen Tag vor der herrlichen Kulisse, ließen uns von der Sonne bescheinen, und streckten die müden Füße aus. Hmmm, was Kaltes zu trinken, was Warmes zu essen. Schön, so eine Rast am Ende einer anstrengenden Wanderung mit Überraschungen. Überraschend wird sicherlich auch die nächste Wanderung mit Yan, wenn wir mit einer Schafherde unterwegs sind. Mal sehen, was da passiert :-)







