Mode-Abend mit Farb- und Stilberatung im Modehaus Nagel

Mit Sekt und Gebäck wurden wir begrüßt. Im Obergeschoß ließen wir uns auf den bereitgestellten Stühlen nieder. Gut 30 Leute waren es, die dem Geschäftsinhaber Holger Witzel zuhörten, als er auf sympathische Weise das Modehaus vorstellte, glaubwürdig von der kunden- und serviceorientierten Philosophie des Hauses erzählte und vom kollegialen Umgang miteinander. Deutlich kam rüber, dass dieses Geschäft mit viel Freude und Liebe zum Detail geführt wird. "Wir machen auch jeden Samstag ein Modefrühstück ab 9.30 Uhr.
Da kann man sich
treffen, ein wenig plaudern und sich dabei beraten lassen. Wir haben
sogar eine Verkäuferin, die in Farb- und Stilberatung ausgebildet ist.
Jede Kundin kann sich gratis von ihr bedienen lassen, wenn sie vorher
einen Termin ausmacht."
Wir bekamen einen kleinen Einblick in die Auswahl einer Collection und
den Wandel der Modemarken, die mit neuen Farben und Formen
experimentieren. "Schauen Sie mal, das ist die klassische Linie, wie es
früher war, so ist es heute. Zu diesen Modellen braucht man schon Mut.
Aber die Mode hat sich verändert und die Frauen haben sich verändert.
Die heutige 50erin trägt nicht mehr das, was eine 50erin vor zehn
Jahren getragen hat."
"Woher weiß man, welche Farben in der nächsten Saison modern werden?"
Ein guter Einkäufer liest viel Fachliteratur, braucht
Fingerspitzengefühl und schaltet auch nicht ab. Auch wenn wir in Urlaub
sind, machen wir nicht einfach nur einen Bummel, sondern gucken uns
genau die Schaufenster an - was ist wie kombiniert und welche Farben
sind vertreten?"
Gibt's Unterschiede im Kaufverhalten zwischen Männern und Frauen? "Aber
ja. Frauen kaufen gern schon drei Monate voraus, im Sommer für den
Herbst, im Herbst für den Winter. Männer hingegen kaufen meist dann,
wenn sie etwas brauchen. Zum Beispiel eine Winterjacke, die holen sie
dann eben samstags, wenn's kalt wird."
45 Minuten waren schnell vorbei. Die Typberaterin platzierte einen
Stuhl vorm Spiegel und hatte viele bunte Tücher auf dem Arm. ?Wer will
zuerst?" Im Nu war sie umringt - nacheinander setzten sich die
Teilnehmer auf den Stuhl und bekamen die Tücher umgelegt. "Diese Farbe
macht Sie zu blass." "Diese Farbe verstärkt die Schatten unter den
Augen und die Falten am Kinn." "Das hier ist Ihre Farbe." Manchmal war
die Wirkung nur für geübte Augen zu erkennen, bei anderen wieder war's
wirklich deutlich zu sehen, ob sie als Frühjahrs- Sommer-, Herbst- oder
Wintertyp einzuordnen waren. "Und wie weiß ich nun unterwegs, welche
Farbe zu meinem Typ passt?" "Dafür gibt's Farbkarten, wenn Sie die beim
Einkauf dabei haben, wissen Sie immer genau, ob das Teil in Ihren
Kleiderschrank passt und sich kombinieren lässt mit Ihrer Garderobe."
Wer nicht bei der Typberaterin stand, schlenderte durch das Kaufhaus,
probierte an, was ihm oder ihr gefiel, hatte auch Mut zu neuen Farben,
zu denen man sonst nicht gegriffen hätte. "Schön, so viele Meinungen zu
hören. Macht echt Spaß."
Gegen 22.00 Uhr kehrte Ruhe ein. Wer sich ein neues Outfit geleistet
hatte, trug es freudig von dannen, während die Verkäuferinnen
aufräumten, der Laden sich leerte und einige Mitglieder beim Abschied
meinten: "Das war mal wieder ein tolles Event. Könnte man so was nicht
öfter machen?"







