Musiktheater Rülzheim
Am Sonntag gab's viel Programm: Erst am Vormittag die Führung durch die Stadtgeschichte, wirklich interessant, einmal zu hören, was sich um all die Gebäude herum rankt, an denen man so oft gedankenlos vorbeimarschiert. Danach ging's weiter zum Brunch zum Schupi, wo schon seit Stunden eine kleine, lebhafte Runde versammelt war, die viel Spaß miteinander hatte.
Noch ein gemütliches gemeinsames Essen, dann war es schon fast Zeit fürs Musiktheater in Rülzheim.
Ein wirkliches Highlight, was dieser Laienchor zu bieten hat, nicht nur an stimmgewaltigem Gesang und toller Musik, sondern auch an all diesen Ideen drumherum. Sympathisch fand ich, wie locker der Chorleiter - der einen Ruf als ziemlicher Despot hat - in diesem Rahmen auftrat und den Honoratioren die Schecks aus der Tasche lockte. Nett die kleine Anekdote, wie der ganze Chor ins Saarland reiste zum Kirchenkonzert und der dortige Pfarrer den Termin einfach vergessen hatte, oder der Küster im Strassburger Münster den Chor vertreiben wollte, als die unbeirrt ihr Halleluja sangen.
Witzig und gut gemacht auch die Stimmparodien auf Kohl und Co. Unglaublich, dieser kleine Dicke mit seinem Gesang und der Mimik. Köstlich amüsiert hat sich der ganze Saal bei der Parodie auf "Männer".
Kalt lief's einem den Rücken runter bei den Gospels. Es fiel mir schwer, ruhig sitzen zu bleiben. Ach, es ist wirklich ein Geschenk des Himmels, so singen zu können. Am Tag zuvor war ich ja auf einem Rockkonzert, auch da Klasse Stimmen, aber nicht zu vergleichen mit der unglaublich ansteckenden positiven Energie, die ein solcher großer Chor ausstrahlt - finde ich zumindest.
Der Swing ging in die Beine, ich hatte Mühe, ruhig sitzenzubleiben, und die Hände taten mir weh vom Klatschen bei diesem dreistündigen Musik- und Tanzfeuerwerk. Da müssen wir nächstes Jahr unbedingt wieder hin. - (Kleine Randbemerkung: Die Stimmen im Chor waren überwiegend weiblich, Leitung, Band und Technik hingegen ganz in Männerhand).







