Rheinhafenfahrt mit dem alten Hafenschlepper
Der Hafen wurde 1901/02 in Betrieb genommen. Er trug wesentlich zur industriellen Entwicklung Karlsruhes bei und gehört heute mit seinen rund 6.000 Beschäftigten zu den größten Binnenhäfen Europas. „Unglaublich. Ich bin schon so oft hier vorbeigekommen, aber ich hab mir noch nie Gedanken drüber gemacht, welch riesige Organisation hinter dem Hafen steht.“ Das war das Fazit der interessanten Besichtigung.
Zuerst versammelten wir uns im Hafengebäude im obersten Stock, wo wir von Gerhard Hildebrand und Klaus Fokke erwartet wurden. Anhand einer großen Karte erklärte Gerhard Hildebrand die 6 Hafenbecken, die ansässigen Firmen und das große Hafensperrtor, erzählte von Tulla und Honsell, von Fahrrinnen und Uferböschungen, von Gewässerpegeln und Gleisanlagen, und machte natürlich Lust auf die Touren mit dem schönen neuen Karlsruher Schiff, von denen ich sicher in Zukunft einige ins Programm aufnehme.
Nach der informativen Gesprächsrunde erkletterten wir den alten Hafenschlepper, der wenige Meter entfernt in einer kleinen Schiffshalle auf uns wartete. Schon eine ganz eigene Atmosphäre auf dem alten Kahn, der auch heute noch täglich Einsätze fährt. Damit wird aufgeräumt. Die Besatzung achtet auf herumtreibende Äste oder sonstige Gegenstände, die in die Schiffsschrauben geraten könnten.
Am Ufer reihten sich Container und Edelstahlschrottberge, staunend hörten wir, wie viel Geld man damit verdienen kann, wir fuhren am Müllberg vorbei und am Naturfreundehaus, begegneten Kanuten auf dem Rhein und Schiffen. „Jetzt kommt das große Hafensperrtor“, sagte Klaus Fokke. „Steuern Sie mal“. Mein Protest half mir nix. Mit einer gewissen Nervosität, die sich auf den Gesichtern meiner Mitglieder widerspiegelte, die das Geschehen beobachteten, bugsierte ich den Schlepper durch das Tor.
Am Tag vorher hatten wir beratschlagt, ob die Tour wetterbedingt ausfallen müsste. Zum Glück hatten wir uns dagegen entschieden. „Wäre wirklich schade gewesen“, so die allgemeine Meinung.
Auf den letzten zehn Minuten fing‘s an zu regnen, die Gruppe – wir waren 20 Leute – drängelten sich mit viel Gelächter in die Fahrerkabine, Klaus Fokke schaltete den Motor ab und steuerte den Schlepper zentimetergenau in die enge Schiffshalle. Wir spannten die Regenschirme auf, die einen zog’s nach Hause ins Trockene, die anderen verabredeten sich zu weiteren Taten.







