Rittermahl in Aulendorf

25 Leute. Eine schöne übersichtliche Gruppe auf Tour bei schönem Sonnenschein. In Ulm machten wir 2 1/2 Stunden Rast, schlenderten durch die belebte Fußgängerzone und über den reichbestückten Markt vorm Münster. Herrlich, diese prallvollen Gemüse- und Obstgenüsse, die zum Zugreifen verlocken - vermittelt einfach ein Stück Urlaubsfeeling, finde ich. Die einen erkletterten wacker die 768 Stufen im Turm und wurden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt, während die anderen die Stadt - oder die Lokale - erkundeten. Weiter gings mit dem Bus ins Hotel, wo man noch einige Zeit zur freien Verfügung hatte. Die einen legten sich ein Stündchen aufs Ohr, die anderen spazierten nach Aulendorf. Man traf sich in einem schönen Straßencafe bei leckerem Kuchen und Eis, bestaunte die große Klosteranlage herum und wunderte sich über die rätselhaften Gitterinschriften auf der Straße.

Dann wars auch schon Zeit in den Bus zu klettern und zum riesengroßen vollbesetzten Ritterkeller zu fahren. Vor dem Einlass mussten wir erst mal alle Hände waschen im Rosenwasserbecken. Platz nehmen am rustikal gedeckten Tisch mit Holzbrettern und Honigmet. Dann ging's los mit dem Programm. Das beherzte Burgfräulein Regine hängte jedem, so schnell konnte man gar nicht gucken, ein Lätzchen um den Hals. Lufus, der Mundschenk, an dem wir viel Spaß hatten und der das wirklich Klasse machte, klärte uns auf über die Sitten bei Tisch und unterrichtete die Mägde über ihre Pflichten, zu denen beispielsweise gehörte, den anwesenden Herren während des - übrigens ausgesprochen leckeren und reichlichen - Mahls zu bedienen und ihnen danach im Uhrzeigersinn dem Bauch zu streicheln. Was die Mägde zwar teilweise unter Protest, aber brav taten :-)

Danach wurden erbarmungslos drei Leute in die schwere Schandgeige gesperrt, worin sie nicht rühren konnten und ausharren mussten, bis sie durch einen Kuss erlöst wurden. Einige artistische Übungen bei mittelalterlicher Musik aus einem neumodischen Lautsprecher, Feuerschlucken und Jonglieren, damit wurden wir nach dem Essen noch unterhalten und der Nachtwächter beschloss um 11 Uhr das offizielle Gelage.

Am nächsten Morgen gings ab in den Wackelwald. Jetzt wissen wir auch, warum der so heißt. Der Moorboden wackelt wirklich, wenn man hüpft. So stark, dass sogar die Blätter in den hohen Baumkronen schwanken und die großen Informationstafeln fast Twist tanzen. Ein unglaubliches Gefühl, auf solch schwankendem Boden zu stehen. Hat uns alle verblüfft und begeistert und wir hüpften voller Begeisterung wie die kleinen Kinder den Rundweg entlang.

Danach besuchten wir noch das nebenan gelegene Steinzeitdorf im Naturschutzzentrum, bestaunten noch die faszinierende Barockkirche in Steinhausen, und machten uns dann auf den Rückweg. Gegen 17 Uhr trafen wir wieder in Karlsruhe ein. Das Wetter hatte auch mitgespielt, es war den ganzen Tag trocken geblieben und zwischendurch gabs 'sogar Sonnenschein.

Mein Eindruck: Es war ein reichhaltiges entspannendes Überraschungswochenende, das Karl-Heinz uns da rund ums Rittermahl serviert hat, alles drin. Von der Kultur bis zur Natur bis zum leckeren Schlemmen und viel Gelächter. Ich hab's sehr genossen, mich einfach wie wie ein Mitglied in den Bus setzen zu dürfen und mich um nix kümmern zu müssen. Richtig schön :-)