Straßburg-Trip und Stocherkahnfahrt im Taubergießen

40 erwartungsvolle Mitglieder kletterten in den Bus. Bei strahlender
Sonne. Was für ein unglaubliches Glück. Hatte ich doch nach dieser
total verregneten Woche schwer befürchtet, dass unsere Stocherkahnfahrt
buchstäblich ins Wasser fallen würde. Umso mehr genossen wir alle die
heutige Fahrt. Unser Fahrer erwies sich als kundiger Reiseleiter,
zeigte uns Straßburgs schöne historische Altstadt, die mit ihren vielen
Grünanlagen, den Fachwerkhäusern und Baudenkmälern zum Weltkulturerbe
der UNESCO gehört. Gegen 11.30 Uhr war die Stadtrundfahrt beendet und
wir machten uns zu Fuß gemütlich auf den Weg zur Innenstadt, wo zum
Mittagessen Plätze für uns reserviert waren. So fanden wir uns wieder
in einer überdachten Terrasse über dem Fluss, wurden schnell bedient
und hatten schlenderten wieder zurück. Natürlich blieb nicht viel Zeit
zum Straßburg-Sightseeing, doch bei dieser Tour stand nicht die Stadt
im Mittelpunkt, sondern die Stocherkahnfahrt im Taubergießen-Gebiet,
die sich auch wirklich als Höhepunkt erwies.
Um 15 Uhr trudelten wir am vereinbarten Treffpunkt ein, wo wir auch
schon erwartet und zur Anlegestelle gelotst wurden. Vier Kähne, die
jeweils 10 Personen fassen, und die Stocherkahnfahrer standen bereit.
Einsteigen. Es wackelte ein wenig. Gequietsche im Boot, die
Außenstehenden grinsten. Doch alles ging glatt vonstatten und die Kähne
legten kurz nacheinander ab. „Eines der letzten Paradiese in
Deutschland“, hatte man uns versprochen. Das war es wirklich. Wir
glitten durch eine idyllische, naturbelassene Landschaft, durchzogen
von vielen Altrheinarmen, bewunderten die Seerosen und die weißen
Blütenteppiche auf dem Wasser, passierten enge Kurven und weite
Stellen, wurden begleitet von zwitschernden Vogelstimmen, begegneten
Entenfamilien und direkt am Boot vorbeigleitenden kampfbereiten
Schwänen, entdeckten Orchideen am Uferrand und Moore im Wasser.
Unser Bootsführer erklärte uns die Eigenarten der Natur und die
Besonderheiten des Stocherkahnfahrens. Er hatte eine wundervolle
Stimme, der man stundenlang hätte zuhören können. Ansonsten war es im
Boot sehr still, das Rauschen des Wassers, das Eintauchen des Paddels,
die Vogelstimmen, die Sonne auf dem Gesicht – es hatte irgendwie was
Meditatives und die zwei Stunden vergingen wie im Flug. „Das war
wirklich schön“, so die einhellige Meinung. Inzwischen war es 17 Uhr.
Wir machten uns noch auf zu einer 3-Kilometer-Wanderung durch das
Naturschutzgebiet und bestiegen am Schluss noch die Fähre, die uns bei
der Überfahrt einen wunderbaren Blick auf die Rheinlandschaft bot.
Rechtschaffen müde und wieder hungrig ließen wir uns in den Bus sinken,
der uns zurück nach Karlsruhe brachte, wo sich die Wege trennten. Die
einen zogs nach Hause, die anderen in die Kneipe. Grüppchenweise zogen
wir los. Wir Pfälzer landeten in Herxheim in der Galerie, wo wir noch
ein leckeres Abendessen serviert bekamen, den Tag Revue passieren
ließen und uns noch einen gemütlichen Abend machten.







