Weinweekend in Würzburg

Mit 42 Leuten on tour. Eine fröhliche Gesellschaft im Bus, die am Samstag Mittag in Würzburg ausstieg, durch die Innenstadt schlenderte, sich grüppchenweise in gemütlichen Lokalen niederließ und sich der leckeren fränkischen Küche widmete. Nachmittags checkten wir ein, noch ein Kaffee, dann fuhren wir zum Vierröhrenbrunnen am Rathaus.
Mit dem Nachtwächter unterwegs
Dort wartete schon der Nachtwächter auf uns mit seinem
schwarzen Umhang und der Hellebarde. Wir hatten viel Spaß bei seinen lockeren
Sprüchen und Anekdoten rund um Asche und Eierschalen, Bäcker und Milchweck, oder
als er uns vorsang, wie sich die Würzburger Glocken miteinander unterhalten. „Der
Rundgang ist eine nette Einstimmung auf die Weinprobe anschließend“, hatte er
uns versprochen und das stimmte auch. Der Wetterbericht hatte gottseidank nicht gestimmt, der Himmel war zwar novembergrau, aber es blieb erfreulicherweise trocken und mild für die Jahreszeit.
Weinprobe in der Residenz
Nach dem Rundgang fanden wir uns im angenehm warmen Kellergewölbe unter der Residenz ein. Was für riesige Räume, mit ehrwürdiger Geschichte und Tradition, wirklich eine schöne Atmosphäre, untermalt mit vielen Kerzen. Der Kellermeister begrüßte uns mit einem Secco in der viertgrößten Weinkellerei Deutschlands, zeigte uns die Fässer und die riesigen Kellergänge, die wir durchwanderten, bevor wir uns an den gedeckten Tischen niederließen, wo reichhaltige appetitlich dekorierte Wurst- und Käseteller auf uns warteten und die wahrhaft informative Weinprobe begann.
„Das Glas schwenken. Den Duft riechen. Den Wein in kleinen Schlucken schlürfen, denn die Geschmacksknospen sind auf der Zunge. Das Wort Gaumenfreuden führt in die Irre, denn mit dem Gaumen kann man nicht schmecken.“ Er erklärte uns sehr ausführlich die Entstehung und den Anbau der sechs Weinsorten, die man für uns ausgesucht hatte. Wir lauschten, schwenkten, rochen und schlürften, und versuchten redlich, die Pfirsiche und Johannisbeeren und sonstigen Düfte zu erkennen, was nicht allen so ganz gelang. Die Geschmäcker sind auch hier verschieden, wie sich in den unterschiedlichen Beurteilungen deutlich zeigte. Während die einen die trockenen Sorten bevorzugten, gefielen den anderen die vorgestellten Spätlesen besser. Von Probe zu Probe stieg der Lautpegel und viel Gelächter schallte durch die ehrwürdigen Räume, bis der Kellermeister wieder vor uns trat und sich Gehör verschaffte, um das nächste edle Gewächs vorzustellen.
Gegen 10 Uhr hieß es dann: Laufen oder mit dem Taxi zurückfahren? Die meisten entschieden sich fürs Laufen. Tat gut, und für November waren die Temperaturen ja auch wirklich erträglich. In der Hotelbar traf man sich wieder – die einen zog’s ins Bett, die anderen in die Disco gegenüber, der größte Teil blieb in der Hotelbar zu mehreren gemütlichen Absackerbieren.
Sonntag, 8. November - Führung in der Residenz
Um 10.00 Uhr kletterten alle erwartungsvoll wieder in den Bus zur Residenzführung. Was für ein gewaltiges Bauwerk, mit prächtigen Malereien, prunkvollem blattgoldverzierten Stuck, und wunderschönen Intarsienböden. Ob einem die Farbenpracht nun gefiel oder nicht – beeindruckt waren wir alle von den Ideen und der Ausführung. Unser Führer erklärte sehr anschaulich die damalige Weltanschauung, in der im Treppenhaus die vier Kontinente dargestellt sind, mit all den Figuren und den Symbolen. Unglaublich, diese Maltechniken, die so realistisch dreidimensional wirken.
Ungefähr eine Stunde dauerte die Führung durch die prächtigen Räume, vom Gartensaal im Erdgeschoß bis zur bel etage im 1. Stock, vom prunkvollen Kaisersaal bis zum goldglänzenden Spiegelsaal, vom großen Schlafgemach bis zu den bescheidenen Dienstbotenräumen. Noch ein kleiner Spaziergang durch den schönen Garten, dann gings weiter zur Festung. Eine riesige Anlage, durch die wir spazierten, schaudernd vor dem Angstloch im Verlies standen und bewundernd die Aussicht betrachteten,







